Yoga für jeden Körper Ratgeber

Yoga für jeden Körper

Ein kostenloser Ratgeber

Der Guide mit praktischen Übungen für Deine Gesundheit

  • Praktische Übungen für jeden Körper
  • Tipps für den Anfang: How to get started
  • Empfehlungen für den passenden Yogastil
  • Alles rund um das Thema Curvy Yoga
  • Tipps für mehr Selbstliebe und Body Positivity
  • Motivierende Ratschläge von Plus Size Yoga Expertinnen
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Yoga E-Book: Maria Rennemeier auf dem Weg zum Yoga Dame in Yoga-Pose am See vor Berglandschaft Curvy Yoga am Meer

Yoga – Für ein glücklicheres Leben und mehr Selbstliebe

In unserem E-Book erfährst Du, warum Yoga für wirklich jeden ideal ist. Ob Plus Sizer, Anfänger, Profi, schwanger, Golden Age, fit oder körperlich eingeschränkt: Yoga ist für jeden Körper und jede Figur! In diesem Guide erhältst Du wertvolle Tipps, welcher Yogastil zu Dir passt, welche Übungen Du trotz Beschwerden oder Einschränkungen machen kannst und wie Du zu mehr Selbstliebe und -akzeptanz findest. Denn Yoga hilft Dir dabei, Dich so zu nehmen wie Du bist. Gerade Curvy Women haben oft das Gefühl, Yoga wäre nichts für sie – Doch Yoga ist mehr als die Instagram- und Medien-Scheinwelt, die voll von hyperflexiblen, ultraschlanken Yoginis ist. Dieser Ratgeber soll dazu motivieren, einfach hier und jetzt mit Yoga zu starten und sich nicht einschüchtern zu lassen. Denn für Yoga musst Du weder in eine Größe XS passen noch beide Beine um den Hals schlingen und verknoten können. Bei Yoga geht es darum, Körper, Geist und Seele so in Einklang zu bringen, dass Du für Dich ins Gleichgewicht kommst und ein ausbalanciertes Leben findest.

Yoga für alle Ratgeber mit Amiena Zylla

Die Autorin

Amiena Zylla ist ausgebildete Tänzerin, Tanz-, Sport- und Bewegungspädagogin sowie Pilates- und Yogalehrerin und unterrichtet heute in ihren beiden Studios in München. Sie besitzt über 24 Jahre Unterrichtserfahrung. Amienas Credo ist es, den Menschen, die zu ihr finden, ein Gefühl von Freiheit auf der Yogamatte zu vermitteln und mit ihnen eine gute Zeit zu verbringen. Und wenn Amiena keine Kurse gibt, arbeitet sie als Model, schreibt Ratgeber zu ihren Themen, ist als Expertin in verschiedenen TV-Formaten und Magazinen unterwegs und glückliche Mama.

Amienas Tipps für den Start

„Im Yoga geht es nicht um Selbstoptimierung, es geht um Selbstakzeptanz.“

– Gurmukh Kaur Khalsa

Frau in Yoga-Pose vor Wand

Yoga für alle: Darum ist Yoga genau das Richtige für Dich

Es gibt unzählige verschiedene Yogastile und Yogaübungen, die sich zum Teil stark unterscheiden. Yoga kann meditativ, sportlich herausfordernd, akrobatisch und entspannend sein. Da jeder Körper anders ist, solltest Du Dir stets die Übungen aussuchen, die optimal zu Dir passen. Ein guter Yogalehrer / eine gute Yogalehrerin zeigt Dir Übungen, die Deinen Möglichkeiten entsprechen.

Es gibt Yogaübungen, die Deine Rückenmuskulatur stärken und Dir so zu einer besseren Körperhaltung verhelfen. Andere Asanas stärken Deine Körpermitte, steigern Deine Beweglichkeit oder können Dir in der Schwangerschaft dabei helfen, fit und flexibel zu bleiben. Wenn Dir eine Übung zunächst schwerfällt, solltest Du nie den Kopf hängen lassen. Es gibt eine ganze Reihe von Hilfsmitteln, die das Ausführen von schwierigen Asanas vereinfachen. Und vielleicht wird eine Asana, die Dir überhaupt nicht liegt, irgendwann zu Deiner Lieblingsübung. Starte am besten mit den Übungen, die Dir leicht fallen und Spaß machen. So bleibst Du sicher motiviert.

Erfahre alles über die Yogastile und für wen sie geeignet sind

Im E-Book „Yoga für jeden Körper – Der Guide mit praktischen Übungen für Deine Gesundheit“ stellen wir Dir die auf Hatha Yoga basierenden Yogastile und ihre Hintergründe vor, zeigen Dir einfach zu erlernende Yoga Übungen und erläutern Dir, welche Übungen welche Bereiche Deines Körpers trainieren.

Yoga Ratgeber für Alle

Curvy Yoga Special

Plus Size Yoga, Fat Yoga, Big Yoga, X-Large Yoga oder Curvy Yoga – Die Bezeichnungen für diese relativ neue Yogabewegung sind vielfältig. Genauso vielfältig wie die Frauen, die diese Art von Yoga ausüben. In den USA sind einige Plus Size Yogis wie Jessamyn Stanley oder Valerie Sagun mittlerweile sehr bekannt und ein Vorbild und Inspiration für hunderttausende Frauen. Auch hier in Europa wächst das Interesse an Curvy Yoga. Neu ist, dass immer mehr Frauen mit Yoga starten, die sich zuvor aufgrund von Vorurteilen, Scham oder fehlendem Selbstwertgefühl nicht getraut haben. Die Bewegung Curvy Yoga sorgt für mehr Diversität in der Yogawelt. So gibt es bereits sogenannte X-Large Yoga Kurse: Spezielle Yoga Kurse für Dicke. Plus Sizer fühlen sich dort oftmals wohler und freier als in gängigen Kursen. Das Gruppengefühl mit Menschen, die ähnliche Zweifel und Ängste haben, verstärkt den positiven Effekt von Yoga noch.

Jeder kann Yoga machen

Es kommt nicht darauf an, ob Du Übergewicht hast, klein, groß oder dünn bist. Auch viele dünne Menschen haben bereits Erfahrung mit Bodyshaming gemacht. Um erfolgreich Yoga machen zu können, musst Du keinem bestimmten Körpertyp entsprechen. Wichtig ist, dass Du Dich gut fühlst, Dir selbst treu bleibst und Dich frei von Vergleichen und Schubladendenken machst.

Plus Size Yoga Expertinnen im Interview

Erfahre mehr zu dem Thema Plus Size Yoga von Expertinnen aus Deutschland und den USA. Charlotte Kuhrt, Jessie-Diaz Herrera, Birgit Feliz Carrasco und Stella Sieger erzählen im Interview von ihren Erfahrungen zum Thema Body Positivity, Plus Size Yoga und ihrem persönlichen Weg zu mehr Selbstliebe.



Charlotte Kuhrt beim Yoga

Charlotte Kuhrt

Charlotte ist Model, Influencer und Body Positivity Aktivistin, die sich auf Instagram und Co. für mehr Liebe zum eigenen Körper einsetzt.

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Birgit Feliz Carrasco

Birgit Feliz Carrasco

Birgit ist Yogalehrerin, Heilpraktikerin und Autorin, die sich auf Plus Size Yoga spezialisiert hat und Ausbildungen zu diesem Thema anbietet.

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Jessie Diaz-Herrera

Jessie Diaz-Herrera

Jessie Diaz-Herrera ist eine Plus Size Tänzerin und Fitness Enthusiastin aus den USA, die ALLE Körper dazu motivieren möchte, sich zu bewegen.

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Charlotte Kuhrt

Stella Sieger

Stella ist ausgebildete Schauspielerin, Curvy Model, Moderatorin und Body Positive Influencer aus Berlin.

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Interview Charlotte Kuhrt

Wenn Du deinen Instagram Account mit 3 Adjektiven beschreiben müsstest, welche wären es?
Charlotte: Positiv. Inspirierend. Stark.

Täglich inspirierst Du über 100.000 Follower zur Selbstliebe. Wie war Dein Weg zur Selbstliebe? Wer hat Dich inspiriert?
Charlotte: Mich haben vor allem amerikanische Plus Size Blogger auf Instagram inspiriert. Außerdem habe ich großartige, starke Frauen im Alltag getroffen und immer wieder sehr gute Gespräche zum Thema Frausein geführt.

Schönheit kommt bekanntlich von innen, was aber leichter gesagt als getan ist. Was empfiehlst Du Frauen, die in den Spiegel schauen und Selbstzweifel haben? Hast Du einen persönlichen Trick, den Du gerne weitergeben möchtest?
Charlotte: Einmal weniger in den Spiegel gucken und einfach nur in sich hineinfühlen. Laut den Lieblingssong aufdrehen und in bequemer Wäsche oder nackt tanzen – einfach mal genießen und spüren, dass der Körper genau so richtig ist. Mehr weg vom Außen und hin zum Innen.

Bekommst Du auch negative Rückmeldung bei Instagram? Wie gehst Du damit um?
Charlotte: Sehr wenig. Wenn jemand eine ehrliche Diskussion führen will, bin ich stets dazu bereit, meine Meinung respektvoll zu erläutern. Meistens sind es aber komplett respektlose, undurchdachte Kommentare und die ignoriere ich einfach.

Welche Accounts sind Deine Favoriten bei Instagram?
Charlotte: @dariadaria, @Melodie_michelberger, @gabifresh, @thesegirlscom, @theslumflower

Zu Beginn des Jahres hast Du Dir selbst ein Ziel gesetzt: „30 Days of Morning Yoga.“ Welche Rolle spielt Yoga für Dich, wobei hilft es Dir? Und hatte die Challenge auch eine nachhaltige Wirkung auf Dich?
Charlotte: Ich habe schon vor Jahren mit Yoga angefangen und mochte schon immer, dass man aktiv ist, ohne den Druck zu haben, den man sonst oft beim Sport verspürt. Ich kann Yoga perfekt mit Meditation verbinden und finde so, egal wieviel Zeit ich habe, immer wieder zu mir im stressigen Alltag. Beim Yoga bewusst nur auf die Bewegungen und den Atem fokussiert zu sein, stellt stets eine Verbindung zwischen Körper und Geist für mich her, die ich sonst nie habe.

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Interview Birgit Feliz Carrasco

Erzähle mir doch kurz etwas zu Deiner Person.
Birgit: Ich bin immer neugierig auf das Leben: neue Erfahrungen sammeln, interessante Menschen und Wege finden, wie Mensch, Kopf und Seele wieder näher zusammenfinden können. Als Heilpraktikerin, Seelen-Coach und Yoga-Therapeutin arbeite ich auf vielfältigen Ebenen mit ratsuchenden Menschen, um die Lebensverläufe harmonischer und liebevoller zu gestalten.

Seit wann machst Du Yoga und was war Deine persönliche Motivation?
Birgit: Yoga praktiziere ich bereits seit über 20 Jahren. Meine erste Yogastunde war ein echtes Schlüsselerlebnis für mich, weil ich mich während des Yogaunterrichts und auch danach unfassbar wohlgefühlt habe. Ich war sozusagen zu Hause im Körper und im Gefühl, statt nur an meine Karriere als Marketingfrau zu denken. Ich wusste eigentlich sofort, dass ich Yoga – damals noch viel weniger populär als heute – an andere weitergeben möchte, um dieses harmonische Wohlgefühl vielen Menschen zugutekommen zu lassen. Und so habe ich mich auch bald zur Yogalehrenden ausbilden lassen.

Welche ultimative Motivation hast Du für Plus Size Menschen, damit sie mit Yoga beginnen?
Birgit: Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie es ist, mit einem fülligen Körper ausgestattet zu sein. Es gibt eben dünne und dicke Menschen und weder das eine noch das andere sind ein Makel. Jede Person kann in angepasster Form Yoga praktizieren – egal welchen Körper und wie viel Kurven sie hat. Jeder Mensch sollte den eigenen Körper gut kennen, wertschätzen und lieben. Und Yoga ist der beste Weg, dies zu erreichen.

Nenne mir 5 motivierende Schlagwörter!
Birgit:



Worauf sollten Plus Size Yogis bei der Kurswahl besonders achten? Gibt es bestimmte Yogastile, die Du bevorzugst?
Birgit: Aus Erfahrung weiß ich, dass Plus Sizer in speziellen Yogakursen für Dicke am besten aufgehoben sind. Weil sie sich dort wohler und freier fühlen als in gängigen Kursen und Stilen. Nicht wenige haben beispielsweise Angst, von der Bodenlage auf der Yogamatte wieder nach oben zu kommen oder von einem Vierfüßlerstand in die Hundhaltung zu wechseln. Für Dünne ist das oft selbstverständlich. In meinen Yoga X-Large-Kursen und -Ausbildungen werden die Positionswechsel speziell trainiert, bis die Yogis oder Auszubildenden Sicherheit und entsprechendes Körperselbstbewusstsein erlangen. Man muss auch berücksichtigen, dass dünne Körper sich in ihrer Statur allgemein recht ähnlich sind. Bei Dicken gibt es Menschen mit viel Bauch, aber dünnen Beinen oder dünneren Oberkörpern aber dicken Beinen etc. Und die Unterschiede zwischen den Konfektionsgrößen 48 bis 60 oder mehr sind enorm. Deswegen müssen die Asanas in vielen individuellen Varianten gelehrt werden. Ansonsten entsteht in üblichen Kursen schnell Frustration bei Yogis wie bei Yogalehrenden, die sich als Dünne nun mal nicht in einen dicken Körper hineinversetzen können.

Worauf sollten Plus Size Yogis beim Üben besonders achten?
Birgit: Egal ob im angeleiteten Kurs oder beim Üben zu Hause gilt es, den Körper, so wie er jetzt ist, zu akzeptieren und im Rahmen der heutigen Grenzen zu respektieren. Heute kann ich mich beispielsweise so weit um die eigene Achse drehen oder die Flanke dehnen, an einem anderen Tag vielleicht weniger oder auch weiter. Bei jeder Asana ist es wichtig, zu wissen, worin die Hauptwirkung der Position besteht, also wo soll Dehnung, wo soll Kraft gespürt werden – das ist Motivation und Achtsamkeit in einem. Beides essenzielle Anteile des Yogaweges!

Gibt es Yogahaltungen, die Du besonders empfiehlst?
Birgit: Auf jeden Fall sollten zu Beginn Basics wie Katze, Hund, Krokodil, Kniekuss (mit gegrätschten Beinen) immer wieder geübt werden, um den Körper zu flexibilisieren und zu kräftigen. Gerade am Anfang sind Asanas in Bodenlage und im Sitzen empfehlenswert. Hinzu kommen einfache Varianten von Dreieck oder andere Übungen im Stehen.

Gibt es bestimmte Yogahaltungen, die Du nicht empfehlen würdest?
Birgit: Alles Akrobatische ist kontraindiziert, also nicht anwendbar – übrigens auch bei weniger trainierten Dünnen. Asanas, die die Knie besonders herausfordern wie Halbmond, oder auch einige Balanceübungen auf einem Bein sollten anfänglich vermieden werden, bis die Beinmuskeln kräftiger und das gesamte Körpergefühl harmonischer und sicherer wird. Von Umkehrhaltungen wie freier Schulterstand oder Kopfstand rate ich ab, da das Herz-Kreislaufsystem zu sehr belastet wird und der Kraftaufwand, um viel Körpergewicht in einer solchen Position zu halten, enorm ist. Geübtere X-Larger können beispielsweise einen Schulterstand an einer stützenden Wand praktizieren und so die Wirbelsäule und Rücken flexibilisieren.

Deine Yoga-Empfehlung für Plus Sizer in einem abschließenden Wort?
Birgit: Achtsamkeit mit Dir selbst!

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Interview Jessie Diaz-Herrera

Wann hast Du angefangen, einfach Dein Ding zu machen und Dich so zu akzeptieren, wie Du bist?
Ich habe mich während meiner Jugend in der Ballettszene ständig abgelehnt gefühlt, deshalb habe ich das Tanzen dann vollständig aufgegeben, bis ich am College war. Aber selbst da habe ich mich oft unwohl in den Kostümen gefühlt oder dachte, ich wäre nicht sexy. Mir haben die sozialen Medien sehr geholfen, als ich angefangen habe, nach Tänzern zu suchen, die ähnlich aussahen wie ich. Nach der Geburt meiner Tochter fiel ich in eine Depression und war zutiefst unglücklich mit meinem Körper, das Tanzen hat mir sehr dabei geholfen, das durchzustehen und wieder „ich“ zu werden, aber diesmal ohne Kompromisse. Durch die sozialen Medien und das Sprechen mit anderen Menschen habe ich erkannt, dass ich nicht allein bin; es gab außergewöhnliche Tänzer da draußen, die alle möglichen Größen hatten. Da habe ich angefangen zu tanzen und meine Erfahrungen mit anderen zu teilen und der Rest ist Geschichte.

Du bist eine tägliche Inspiration für Selbstliebe für Deine 15.000 Follower auf Instagram. Wie war Dein Weg zur Selbstliebe? Wer hat Dich inspiriert?
Ganz ehrlich, ich glaube, ich war selbst meine größte Inspiration, denn genau das ist es, worum es bei Self-Care und Body Positivity überhaupt geht. Es geht darum, zu lernen, sich selbst mit anderen Augen zu sehen. Das braucht Zeit, aber es ist es wirklich wert. Es ist fast so, als würde man sich selbst daten. Du führst Dich selbst zum essen aus, Du ziehst Dich hübsch an, Du machst Dir Komplimente und sagst Dir, wie schön Du bist. Affirmationen vor dem Spiegel zu sagen ist sehr wichtig. Sieh Dich an und sage: „Du bist meine Inspiration. Du bist großartig. Du bist wertvoll.“

Was würdest Du Frauen raten, die mit ihrem Körper unzufrieden sind?
Body Positivity ist ein Weg: Jeden Tag lerne ich, mich mehr zu lieben. Zum Beispiel habe ich meine Arme früher gehasst. Deswegen habe ich auch im Sommer immer lange Ärmel getragen und habe versucht, meine Arme auf Fotos zu verdecken. Ich liebe sie zwar immer noch nicht zu 100%, aber vor zwei Jahren habe ich mich dazu entschlossen, mich nicht mehr darüber zu beklagen oder sie zu verstecken, sondern daran zu arbeiten. Ich habe mit CrossFit angefangen und das hat mir dabei geholfen, das Kraftpotential meiner Arme zu entdecken, das hat meine Einstellung geändert. Selbst wenn ich meine Arme nicht immer schön finde, lächle ich doch immer und freue mich über die Entwicklung, wenn ich im Spiegel den Muskelaufbau sehen kann. Finde also etwas, was Du gerne machst und was genau die Körperstellen hervorhebt, die Dir missfallen und arbeite aktiv daran, sie mehr zu lieben. Egal ob durch Tanzen, Yoga, Malen oder Singen.

Aber wie soll man mit Tanzen oder ähnlichem beginnen, wenn man sich im eigenen Körper unsicher fühlt?
Erstmal Zuhause ausprobieren! Es gibt ganz viele tolle Videos im Internet, mit denen man lernen kann. Ich habe übrigens auch einige auf meinem Youtube Channel! Dann wage den Sprung und melde Dich für einen Kurs an, von dem Du denkst, dass er zu Dir passt. Manchmal sind die Kurse, die im örtlichen Fitnessstudio angeboten werden, die am wenigsten wertenden. Probiere ruhig auch mehrere Kurse aus und finde heraus, was für Dich am besten funktioniert. Mach ganz kleine Schritte. Wenn Du Dich nervös fühlst, dann stell Dich hinten hin bis Du Dich sicher genug fühlst, eine Reihe nach vorne zu gehen und dann noch eine. Nimm eine/n Freund/in mit! Denn egal, ob ihr es beide vermasselt, oder es super macht, in jedem Fall habt ihr eine lustige Geschichte zu erzählen!

Was ist mit den Frauen, die in den Augen der Gesellschaft eine „normale“ Figur haben? Unter ihnen gibt es so viele, die trotzdem unzufrieden mit sich selbst sind oder sich in ihrem Körper unsicher fühlen. Was kannst Du diesen Frauen raten?
BODY POSITIVITY IST FÜR JEDEN. Für wirklich jeden. Ja, es hat zwar als „Fat Girl Movement“ begonnen und dann hat es sich ausgebreitet auf die, die ihren Weg aus der Essstörung suchen, aber was ist mit denen dazwischen?! Für die Gesellschaft sind sie okay, sie brauchen keine Body Positivity, weil sie „die Norm“ sind. Das mag vielleicht zum Teil stimmen, aber mentale Positivität brauchen wir alle. Denn selbst was wir als einen schönen Körper wahrnehmen, nehmen sie selbst vielleicht als wertlos wahr, wenn der Kopf das sagt. Also sage ich zu ihnen (und zu allen Frauen): Beginnt das an eurem Körper zu bewundern, was euch tatsächlich gefällt. Konzentriert euch auf eure Stärken. Macht euch vor dem Spiegel Komplimente dafür. Dann erst wendet euch den Körperstellen zu, an denen ihr arbeiten möchtet. Das ist zwar erstmal schwierig, aber wenn Du am liebsten aufgeben möchtest, konzentriere Dich wieder auf das, was Du an Dir liebst. Es wird mit der Zeit immer einfacher.

Bewegung begleitet Dich schon Dein ganzes Leben. Jetzt gehst Du als Gründerin und Trainerin von Curves With Moves mit gutem Beispiel voran und möchtest Deinen Gruppen Spaß an der Bewegung vermitteln. Wie nimmst Du den Lernprozess wahr? Ist es schwierig, eine dauerhafte Begeisterung für Sport und Bewegung zu vermitteln?
Meine Kurse heißen Body Positivity Tanzkurse, weil sie zu einem Drittel aus Diskussionen und positiven Affirmationen bestehen und zu zwei Dritteln aus Tanz und Energie. Ich suche Diskussionsthemen aus, durch die wir dann offen über unsere Körper sprechen können. „Welche ist die Körperstelle, die Du am meisten an Dir liebst und warum?“ oder „Erzähle uns etwas, was Du schon mit Deinem Körper erreicht hast, worauf Du stolz bist.“ Außerdem suche ich Lieder aus, die meine Teilnehmer sexy oder frech oder voller Energie fühlen lassen. Ich liebe meine Tanzkurse sehr, weil ich so viel von meinen Tänzern lerne. Sie teilen ihren Kummer und ihre Erfolge mit mir, sprechen aufmunternde Worte aus, um einen anderen Tänzer zu unterstützen oder sie tanzen mit so viel Energie und Freude, dass es mich immer wieder berührt. Ich finde Tanzen lehren nicht besonders schwierig, denn es ist pure Leidenschaft und gewisse Momente mit ihnen zu teilen ist so belebend. Ich denke, wenn sich das ändern sollte, dann könnte es schwierig werden.

Schildere uns doch bitte einen besonders schönen Moment, den Du mit einer Teilnehmerin / einem Teilnehmer teilen konntest.
Eine von den Aktivitäten im Kurs ist es, Kärtchen mit Affirmationen (Bestätigung) zu verteilen und die Teilnehmenden zu fragen, ob sie sich damit identifizieren können oder nicht. Eine von meinen Tänzerinnen hat dann sehr emotional von einer Karte erzählt, die sie einige Male zuvor bekommen hatte. Sie hatte eine Fehlgeburt gehabt und war dabei fast gestorben. Während ihres Krankenhausaufenthaltes hatte sie etwas in ihrem Geldbeutel gesucht und fand dabei ihre Karte wieder, auf der stand: „Ich kann und ich will.“ Sie musste sofort lächeln und wusste, dass sie das durchstehen würde. Diese Affirmationen sind unglaublich kraftvoll und so eine kleine Erinnerung im Geldbeutel, dem Handy oder am Spiegel zu haben, kann an schlechten Tagen einen sehr großen Unterschied machen.

Für viele passt Curvy und Sport nicht zusammen, vermutlich weil Angst und Scheu vor Verletzungen und der intensiven Körpererfahrung vorherrschen. Was möchtest Du den Lesern dazu mitgeben?
Die Leute vergessen oft, dass Sport eigentlich nicht für das äußerliche Erscheinungsbild, sondern für die Gesundheit gedacht ist. Bewegung reduziert Stress, hält Dein Herz gesund, lässt Dich länger jung und fit aussehen, bringt die Verdauung in Schwung und so weiter. Wenn Du Deinen Fokus verschiebst und Dich nicht mehr auf die Gewichtsreduktion konzentrierst, sondern zum Beispiel darauf, stärker zu werden, dann ist der erste Schritt in Richtung Body Posititvity schon getan. Indem wir Sport machen, zeigen wir unserem Körper, dass er aktiv sein kann und arbeiten auf einen gesünderen Lebensstil hin.

Du bist außerdem auch Mutter. Glaubst Du, dass durch das Internet und Social Media heutzutage noch mehr Druck auf junge Leute ausgeübt wird? Wie können wir unseren Kindern schon von klein auf Body Positivity vermitteln?
Im Zeitalter von Social Media ist der Druck, sich schön zu fühlen, unglaublich hoch. Dazu kommt noch das weit verbreitete Mobbing, es ist wirklich erschreckend. Aber wir müssen unseren Kindern Selbstvertrauen vermitteln. Meine Tochter ist erst 3 ½ Jahre alt aber seit sie 2 ist, habe ich begonnen, mit ihr gemeinsam Affirmationen zu sagen. Wir machen das jetzt jeden Abend nach dem Beten. Wir sagen dann „Ich bin stark, ich bin liebenswert, ich bin schlau, ich bin schön“. Vielleicht versteht sie das jetzt noch nicht richtig und sieht es wie einen lustigen Satz, den sie mit Mama sagt. Aber schon bald wird sie die wahre Bedeutung ihrer Worte verstehen und wie sie ihr Leben prägen können.

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Body Positivity by Stella Sieger

Manchmal sehe ich Bilder von mir und denke ,Bin das wirklich ich?‘. Diese hübsche, starke, selbstsichere Frau, deren Ausstrahlung keine Zweifel übrig lässt, ob sie gut genug ist, ob sie okay ist, wie sie ist, ob sie schön und voller Liebe ist. Ich sehe mich an, ob im Spiegel oder auf Bildern, und finde mich schön. Doch oft kann ich es trotzdem nicht glauben, dass das wirklich ich bin. Zu tief sitzen die Narben, zu lange Zeit habe ich komplett anders gedacht und gefühlt. Aber waren das wirklich einmal meine Gedanken? Spürt nicht jeder Mensch tief in sich drin, dass er eigentlich unendlich wertvoll, unendlich geliebt und unendlich schön ist?

Ich denke, wir werden als komplett unschuldige, liebevolle Wesen geboren und erfreuen uns einfach nur des Lebens! Wir wollen alles entdecken und erkunden, uns und die Welt, und wir wollen Liebe geben und empfangen. Das geht einige Jahre auch ziemlich gut, wir sind größtenteils glücklich und lachen 300 mal am Tag. Wir machen uns keine Gedanken darüber, ob wir falsch sind, ob wir zu dick, zu dünn, zu groß oder zu klein sind, wir leben einfach in den Tag hinein. Doch dann passiert es: Andere Menschen sind gemein zu uns, sagen uns hässliche Dinge, die wir ihnen glauben, meist ohne sie zu hinterfragen. Wir sehen all die perfekten Menschen im Fernsehen und in Zeitschriften und fangen an uns zu vergleichen. Von Tag zu Tag werden die Zweifel und die Unsicherheiten größer und plötzlich ist uns gar nicht mehr nach Lachen zu Mute. Als Erwachsene lachen wir durchschnittlich nur noch 17 Mal(!) am Tag, wie traurig ist das denn? Und warum? Nur weil wir uns selbst einschränken, weil wir den Quatsch der anderen Leute glauben und in uns aufnehmen, ihn auf Repeat tausendmal abspielen. „Du bist nicht schön genug, Du bist nicht gut genug, Du bist nicht sportlich genug, Du bist nicht klug genug, Du bist ein Versager und kannst nichts.”

Kein Wunder, dass wir uns hässlich und ungeliebt fühlen, denn der Körper und das Herz hören alles, was der Kopf sagt. Dann spul’ diese Kassette nur einmal jahrelang in Deinem Kopf ab, das brennt sich ganz schön tief in Dein Innerstes ein.

Jetzt kommt die gute Nachricht an alle: Du kannst die Kasette überspielen mit liebevollen Worten und Gedanken wie „Du bist wunderschön”, „Du bist einzigartig”, „Du bist gut so wie Du bist”, „Du hast es verdient erfolgreich zu sein” und „Du bist unendlich wertvoll und geliebt”. Sprecht euch das mal laut vor. Nein, einmal reicht nicht, am besten gleich zehnmal und das am besten jeden Tag!

Jetzt denkt ihr vielleicht, was für ein riesiger Aufwand das ist, aber Stopp! Wenn ihr es geschafft habt, euch jahrelang jeden Tag das Gegenteil einzutrichtern, dann schafft ihr es nun auch, das wieder gut zu machen, denn ihr seid alt genug zu wissen, dass eure alten Gedanken Schwachsinn waren und ihr schon vollkommen richtig wart, als ihr zur Welt gekommen seid.

Wem das nun zu blöd vorkommt, der kann auch auf andere Weise ‚liebevoll‘ mit seinem Körper sprechen. Zum Beispiel durch Meditation oder Yoga. Seit 1,5 Jahren hilft mir die Achtsamkeit, die dadurch erlernt wird, noch bewusster und liebevoller mit mir und meinem Körper umzugehen. Das bewusste Innehalten, atmen, sich und seinen Körper spüren, kann auf Dauer auch Wunder bewirken. Das Gute am Yoga ist, dass es für jeden ist, da jeder die verschiedenen Stellungen ganz individuell halten kann, ganz wie es dem eigenen Körper gut tut. Durch Yoga und Meditation könnt ihr euch mit eurem inneren Kern connecten und wieder die sorgenfreie Version von euch selbst werden, die ihr eigentlich immer schon wart. Zumindest, was euch und euer Äußeres betrifft, werdet ihr dann viel gelassener. Ihr werdet schnell merken, dass Wohlbefinden und Schönheit nicht im Außen zu finden sind, sondern immer aus unserem Inneren kommen.

Ihr Lieben, glaubt an euch und eure Schönheit, eure Reinheit und eure Lebensfreude. Verbindet euch mit eurem Inneren und ihr werdet für immer in Frieden mit euch leben können, auch wenn ab und zu noch euer altes, negativ denkendes Ich durchbrechen will. Das Positive wird immer stärker sein!

xoxo Stella

Yoga Workout: Schulter & Nacken Special mit Amiena Zylla



7 Gründe, warum Du jetzt mit Yoga starten solltest

Hast Du erst einmal mit einem Yoga Kurs begonnen, wirst Du schnell merken, welche positiven Wirkungen es auf Körper, Geist und Seele haben kann:



Du siehst – Yoga kann Dein Leben positiv beeinflussen und Dir zu mehr Selbstliebe und Achtsamkeit verhelfen. Wirklich jeder kann Yoga machen und der Anfang ist ganz leicht. Erfahre im E-Book, wie Du mit Yoga starten kannst, was Du für den Beginn benötigst, aus welchem Material Deine Yogamatte sein sollte und wie Du mit der richtigen Einstellung Deine persönlichen Herausforderungen und Hindernisse überwinden kannst. Namasté.

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